quarta-feira, fevereiro 27, 2008

Philosophy in the Bedroom: "The 120 Days of Sodom" by Marquis De Sade




(Original Review, 2008)



Good old erotica. Instead of just 'lets do it'.....wine and dine, ballroom dance, see the city lights, drink some coffee, and then 'lets do it'.

The book is quite mildly interesting regarding the psychology of sexuality. It describes the the progression/escalation of some types of non-normative types of sexuality and sexual fetishes to serious deviations from the norm. One example in the book is the evolution from 'normal' sexual penetration in the first part to full-scale mass piquerism in the last part. Which is why Bloch, Hirschfeld and Eulenberg found the book very relative to their studies of human sexuality.

On the other hand, this book is deeply unpleasant, I forced myself to read almost all of it and somewhat regret the experience. It took me some time ( years ) to get over it, 120 Days is certainly not a titillating pornographic novel like American Psycho, which is disturbing as you can 'get off' on the sex and murder thinly veiled as literature. Arguing over whether it is literature misses the point. Philosophically, it describes a particular point on the map. A brutal, bleak, horrifying philosophical space, but a space nonetheless. The main characters in Sade don't just torture people to death, they describe in great detail why they are doing it. It's a description of what happens when power ends up in very bad people's hands, at the same time as it's a rational refutation of religion and superstition.

Personally,I think the way to understand De Sade is as a global pioneer in the art of trolling. His actual sexual acts were fairly tame in the broad scheme of things - 15 year-old servants, but people were getting married at that age in his time. As far as history records, his actual practical sexual tastes didn't extend much further than a little light flagellation and buggery. What he really loved was to shock and upset people with what he wrote, and he was extraordinarily good at it. In 'Philosophy in the Bedroom', he extends the theory that God must want us to have anal sex, or he wouldn't have made our arseholes so deliciously tight. In one paragraph he lands a perfect hit on both sexually prudish Christians and atheistic, Rousseau-ite Pangloss / Natural Man types. Troll perfection! But it's more about unpacking what the concept of 'troll' might mean. There have always been people who enjoy poking away at society's dark places through transgressive writing. De Sade was very good at spotting the hypocrisy of the morality and dogma of his time, and at picking it to pieces and laying it bare. During the period, Christians (as some do now) were prone to explaining the world in terms of God's intentions, within a tradition that goes back to Boethius. But Rousseau had painted a picture of a world in which everything is as nature intends, and that if we follow nature, all will be well. In the example I gave, De Sade managed to poke fun at both parties in one go, pointing out by implication that all of the distasteful things in life might also be made the way God or nature intended, including the most distasteful human desires. I used the term 'troll' because I think that De Sade would have loved the internet, and would have totally understood the urge to get a reaction by giving calculated offence. But I also think that you can see a broader picture around the people who do that now if you put it into historical context. Many contemporary 'trolls' probably also feel that they are exposing hypocrisy and broadening minds.

De Sade was 'lucky' enough to exist at a time of great personal affluence in his class, and huge personal peril. I think he would have loved the internet with its infinite possibilities.


Bottom-line: No, the book is not really aiming to be titillating at all. It's an experiment to see how far boundaries and morality can be pushed...and then push a step further, and a step further, on and on to see what the logical conclusion is. I think I'm pretty unflappable but I couldn't make it through it. Nauseating. Very boring reading, out of this world monologues and almost no smut.

quarta-feira, fevereiro 20, 2008

Die Krimis von Arnaldur Indridason. Island Rules!





Zum Starten muss ich schreiben, dass er im Moment einer meiner Lieblingsautoren ist!

Ich hatte immer Neugier auf die Entstehung des Nachnames “Erlendur”. Da ich dieser Blog schreiben mochte, musste ich es finden… Daher habe ich das Internet nachgeschlagen, und es hat sich herausgestellt, dass das Wort “Erlendur” auf Isländisch “Fremder” beudetet. Guter Tipp einen Blog zu schreiben!



Bislang hat Arnaldur Indridason sechs Romane verfasst, in denen die Arbeit der Kriminalpolizei im Vordergrund steht (das Buch “Frostnacht” habe bis jetzt nicht lesen können). “Menschensöhne” (2005) handelt vom rätselhaften Tod eines psychisch Kranken. Im Lauf der Ermittlung finden die Kriminalbeamten Erlendur und Sigurdur Oli heraus, dass die Gründe dafür in der Vergangenheit des Mannes zu suchen sind, den von seinen ehemaligen Mitschülern in der Grundschule sind aufffalend viele nicht mehr am Leben. In Nordermoor (2003) steht der Mord an einem älteren Mann ebenfalls mit dessen Vergangenheit in Verbindung, und es stellt sich heraus, dass die Vergewaltigungen, die er in jüngeren Jahren begangen hat, Folgen in der Gegenwart nach sich ziehen. In Todeshauch (2004) wird zu Beginn des Romans ein Skelett in einem Reykjaviker Neubaugebiet entdeckt; das Buch ist auf zwei Zeitebenen angelegt und schildert sowohl die Ereignisse in der Gegenwart als auch das Schicksal einer Familie in der Vergangenheit. “Engelsstimme” (2004) spielt sich in einem renommierten Hotel in Reykjavik ab. Der Portier wird ermordet im Weihnachtsmannköstum aufgefunden, und die Romanhandlung erstreckt sich über den Zeitraum der letzten Woche vor Weihnachten. Der Roman Kältezone (2005) beginnt mit einem Skelettfund in einem See südlich von Reykjavik, und die Fäden der Handlung reichen bis in die Zeiten des kalten Kriegs, der aufgrund der strategischen Lage der Insel auch in Island Auswirkungen hatte. Darüber hinaus veröffentlichte Indridason zwei Romane, die keine Polizeiromane sind, nämlich den Thriller “Gletschergrab” (2005) und “Tödliche Intrige” (2005), geschrieben in der Tradition von “Hardboiled Fiction” und Film Noir (Raymond Chandler, usw.), die nicht sehr interessant sind.



Erlendur ist ein Isländer vom alten Schlag, der zu einem Fremden in einem Land geworden ist, wo traditionelles isländisches Essen von Leuten in amerikanischen Cowboy-Kostümen servirt wird; ein Provinzler in der Stadt, ein Single in einer Welt, wo neben beruflichen Kontakten die Familie im Mittelpunkt steht. In ihm liegen die alte und die modern Zeit im Widerstreit: das Einzelwesen und die Familienbindung, das Volksverbundene und das Fremde. Erlendur ist zwar alleinstehend, aber er sehnt sich nach einer Familie und versucht immer wieder, für sich und seine Tochter Eva Lind so etwas wie ein Familienleben zu schaffen, aber sie ist rauschgiftsüchtig und deswegen hat ihre Beziehung keine Chance auf Normalität. Was mir bei Erlendur gefällt, ist seine gesellschaftliche Perspektive und seine Persönlichkeit.



Die Spannungen zwischen Erlendur und seinem Kollegen Sigurdur Oli stellen eine weitere treibende Kraft in Indridason Romanen dar. Erlendur ist in seinem Denken durch und durch isländisch; er hat nur einen Realschlussabschluss und generell ist seine Einstellung zum Leben negative, was sich wiederum aus seiner Vergangenheit erklärt, die nach und nach in den Romanen aufgerollt wird. Der jüngere Sigurdur Oli hat eine Neigung für alles Amerrikanische und ist versessen darauf, Karriere machen. In Nordermoor wird es so beschrieben:
“Er trug eine neuen Anzug. Er war gross gewachsen, sah gut aus, und hatte ein amerikanisches Diplom in Kriminologie. Er war alles, was Erlendur nicht war, modern und durchorganisiert”.
Oli steht für die moderne Zeit, für Urbanität und kosmopolitisches Danken; Erlendur hingegen ist den Ursprüngen der Tradition dem Land und allem, was isländisch ist, verhaftet. Die Anspielungen zwischen den beiden werden sublimer, kultivierter und gleichzeitig witziger; diese antagonistischen Strukturen gewinnen auch eine dynamischere Funktion innerhalb der Erzählung. Später kommt noch Elinborg als dritte im Team hinzu. Sie hat in gewissem Sinne eine Pufferfunktion zwischen den beiden Männern, d.h., sie ist eine warmherzige Frau, die nicht zuletzt als excellente Köchin von allen geschätzt wird; sie kann wie Erlendur mürrisch und kurz angebunden sein, vertritt aber wie Sigurdur Oli auch modern Anschauungen.



Arnaldur Indridason zeigt in seinen Romanen aber nicht nur in einen Querschnitt durch die isländische Gesellschaft auf. Nach meiner Meinung liegt der Hauptgrund für den Erfolg der Bücher des Indridason daran, dass er ein Kriminalschriftsteller ist. Ich lasse von diesem Einblick in die modern isländische Gesellschaft faszinieren, die einem durch die Lektüre der Bücher und die Bekannschaft mit Erlendur und seine Kollegen vermittelt wird. Was Island betrifft, steht aber auf jeden Fall fest, dass diese literarische Produkt der isländischen Gesellschaft jetzt auch im Gegenzug Einfluss auf sie nimmt.

Mein Vorschlag: Lesen Sie Arnaldur Indridason. Sie werden nicht von diesen Bücher enttäuscht!

Was mich betrifft ist “Todeshauch” das beste Buch Erlendurs (ich habe ihm 6 Sterne gegeben!).

Im Buchstapel liegt ein anderes Buch von einem anderen isländischen Autor, die ich mir vornimme, zu lesen: “Hinter fremden Türen” von Kristin Marja Baldursdóttir. Später teile ich mit, was ich darüber denke.

sexta-feira, fevereiro 15, 2008

Warum skandinavische Krimis lesen?





Ich habe die skandinavischen Schriftsteller gerade erst für mich begonnen zu entdecken. Seit 2 Jahren lese ich scandinavische Literatur. Ich bin ehrlich gesagt angelsächsische Bücher, die ich in den letzen Jahren verschlungen habe, müde (ausser Michael Connelly und Phil/Will Rickman…:)). Und obwohl ich nie wirklich den Ausgang deren Krimis vorhersehen konnte, hatte ich oft in der Mitte eines Buches das Gefühl zu wissen, wie es weiter ausgeht. Und das ist ja kotzlangweilig!

Abgehen von Schreibstil der einzelnen Charaktere hat mir bisher an den skandinavischen am besten gefallen, dass sie mir ein mir unbekanntes Land, dessen Leute und Landschaften vorgestellt haben. Als wäre ich mit dem Auto durch das Land gefahren. Einfach mal etwas Neues erleben!

Mein erster Schwedenkrimi war natürlich ein Buch des Henning Mankell. Ich mag einfach die Stimmung, die er in seinen Büchern gebildet hat. Ich habe schon alle seine Bücher gelesen. Ich habe mir vorgenommen, eine ganzheitliche Rezension aller Reihe von Mankell zu schreiben, leider hatte ich bis jetzt keine Zeit es zu machen. Zum Glück muss ich nicht ganz von vorne anfangen. Ich habe mir schon ein paar Notizen gemacht…

Kurz darauf habe ich auch die ganze zehnbändige Kommissar-Beck-Reihe von Per Wahlöö und Maj Sjöwall gelesen. Ich empfehle, die 10 Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Trotz ihres Alters (die Reihe war zwischen 1965 und 1975 geschrieben) hat diese Krimireihe auch heute nichts an Faszination verloren.